Nürnberger Zeitung: 25.02.2017

Die Schönheit der Schattenseiten

»Evening Shadows« hat der junge japanische Maler Takeshi Makishima seine Ausstellung überschrieben, die er als Auserwählter des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums in den Räumen des Instituts für moderne Kunst (...) im Galeriehaus Defet präsentiert. Abendschatten – das beschreibt eine Melancholie, ein Spiel mit Träumen und Gedanken, die auch die Bilder des 1980 in Fukuoka Geborenen beflügelt. Dass der Nürnberger Schriftsteller Joshua Groß dem kleinen Katalog zur Schau eine kurze fantastische Erzählung beigefügt hat, in der es um zwei Monde geht (ähnlich wie in Haruki Murakamis Romanserie »1Q84«), fügt sich da gut ins magische-realistische Bild. Makishima wählt aufregende Formate, packt seine Motive schon mal in ein Dreieck, aus dem zumeist warme Farben sprechen. Die Malerei ist gegenständlich, vielstimmig, erzählerisch. Die Scheu vor dem Naiven ist Makishima auf fast kindliche Art fremd. Aus den Bildern heraus schauen Menschen oder surreal gesetzte Körperteile, wir sehen Vögel, Palmen, untergehende Sonnen und Schiffe, die in senkrecht wellenden Meeren stehen. Dass alle Verspieltheit im Detail kein Widerspruch zur klaren Ordnung im Bild sein muss, macht das großartige Werk »Adventure in the Evening Shadows« deutlich, das wie alle Exponate während Makishimas Stipendium in Nürnberg entstand.

Christian Mückl

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