Nürnberger Nachrichten: 25.02.2017

Als wären es Schauplätze geheimnisvoller Ereignisse

In eine andere Welt der Seltsamkeiten und Rätsel führt die aktuelle Ausstellung in den Räumen des Instituts für moderne Kunst. Zu sehen sind aufwändig gemachte Malereien und Bildobjekte des 1980 geborenen Japaners Takeshi Makishima. Die Arbeiten entstanden in den Monaten zwischen Oktober 2016 und Februar 2017, die der junge Künstler als Gewinner eines »Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums« in Nürnberg verbracht hat.

Fantastische Geschichten

Makishima macht Kunst, die zweifellos vom europäischen Surrealismus im 20. Jahrhundert beeinflusst ist. Seine Bilder erzählen in einer nur auf den ersten Blick kindlich-heiter und farbenfroh wirkenden Bildsprache fantastische Geschichten. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich seine Konstruktionen aus Palmen, Schiffen, Sonnen und Monden, Menschen und Tieren als Berichte über teilweise wohl eher unerfreuliche Situationen. Sogar das von Makishima gemalte Restaurant ist letztlich kein richtig gemütlicher, gastlicher Ort.
Wohlgemerkt: Das alles wird nicht detailliert dargestellt, sondern nur als möglich oder als wahrscheinlich angedeutet. Der Künstler liebt die Zwischentöne, die melancholische Stimmung während der kurzen Spanne des Überganges zwischen dem Nichtmehr und dem Nochnicht in der sogenannten »blauen Stunde«.

Bernd Zachow

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