Nürnberger Nachrichten: 16.5.2013

»Ich möchte so nah wie möglich an der Realität bleiben, etwa wie beim Tagebuchschreiben, aber natürlich kommt mit der Fotografie immer ein Element der Inszenierung mit ins Spiel«, sagt der kosmopolite Wahl-Berliner.
»Schauer« jagen dem Betrachter die Noir-Fotografien des 1981 Geborenen insofern ein, als er sein persönliches Umfeld, aber auch Landschaften in einer atemberaubenden Intimität vor Augen führt, deren Zauber eher in der Wahrheit des Augenblicks liegt, als in der Schönheit der Situation: Der nackte Sprung ins schwarze Wasser. Die Freundin, übernächtigt. Junge Menschen im künstlichen Licht.
Von Gerlachs Fotografien geht eine »Unterwegs«-Ästhetik aus, gerade so als wäre Beat-Poet Jack Kerouac mit einer Kamera aus den 60er Jahren mitten in unsere Tage und Nächte hineingerast. Gerlach vermittelt, wie es sich wohl anfühlt, heute jung zu leben – schauerlich hart, schauerlich zart.

Christian Mückl

 

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