Abendzeitung, Nürnberg: 22.7.2005
Stecker sucht Dose, Klecks die Phantasie
Talent-Schau von Katja Eckert und Eva-Maria Raschpichler im Zumikon
Die Künstlerinnen haben ihr Studium noch nicht abgeschlossen und die 30 noch nicht überschritten. Sie haben ein Faible für die Zeichnung, aber ihr junges, aussichtsreiches Werk beschränkt sich nicht darauf. Zeitgleich, aber nicht gemeinsam stellen Katja Eckert und Eva-Maria Raschpichler im Nürnberger Zumikon aus.Unter den Titel „Leaves left“ hat Katja Eckert die Arbeiten gestellt, die sie auf Einladung des Instituts für moderne Kunst im Studio zeigt. Sie könnte damit sagen wollen, dass dies die Blätter sind, die übrig blieben, nachdem sie eine Auswahl getroffen hat. Treffend wäre aber auch diese Interpretation: Was der Betrachter auf den wenigen Leinwänden, den vielen Zeichenblättern und auf Fotopapier zu sehen bekommt, ist das, was von Katja Eckerts Alltagsbeobachtungen übrig geblieben ist, die Bilder, die sich ihr eingeprägt haben und die sie in verschiedenen Zeichensprachen wiedergibt.
Ihre Eindrücke vom menschlichen Beziehungsgeflecht münden in mit roter Tinte und Ironie gezeichneten Bildern von Steckern und Steckdosen, die mehr oder weniger erfolgreich Verbindung suchen. Keiner Interpretation bedürfen die zahlreichen Miniaturzeichnungen von Menschen, Tieren und Gegenständen, die wie Briefmarken präsentiert werden. Eine Sammlung von Erinnerungen neben Schwarz-Weiß-Fotos von tobenden Stürmen, die am Computer gemalt sind. (...)
Ute Maucher

