Ulf Aminde

»o.T. (the driving force)«
2012 | Digitalfotografie, Fine Art Pigmentdruck auf Büttenpapier | 38,8 x 26,3 cm | Auflage: 15 Exemplare (Nr. 6/15 – 15/15 für das Institut für moderne Kunst) | nummeriert und signiert | 250,- Euro (150,- Euro für Mitglieder des Instituts)

Mit Elementen aus Film, Performance, Bildender Kunst und Theater inszeniert Ulf Aminde Räume und Situationen, die Fragen nach der Repräsentation, den Regeln und den Regulativen des Sozialen aufwerfen. Die Kunst der sogenannten »Außenseiter« ist längst ein gängiger Topos der Kunstgeschichte: Ulf Aminde bewegt sich in diesem Kontext, ohne zwischen »Innen« und »Außen« zu trennen, auf einer Gratwanderung zwischen Empathie und Distanz.
Um Empathie und Distanz geht es auch in der Fotoarbeit »o.T. (the driving force)«. Dieses klassische Portrait in dunklen Farbtönen zeigt den Künstler selbst. Er blickt den Betrachter frontal an, mit knallrot geschminktem Mund. Die Art des Schminkens aber irritiert. Das Rot liegt nicht nur auf den Lippen, sondern zieht sich über die Unterlippe hinaus. Diese »Normabweichung« wirft Fragen auf: Ist die Markierung selbst gewählt oder zugefügt? Ist die Miene des Portraitierten herausfordernd, anklagend oder gar ein Hinweis auf Versehrtheit? Im Gesicht des Künstlers gehen Stolz und Trotz, Ironie und Clownerie, Koketterie und Traurigkeit eine beunruhigende Verbindung ein. Gleichzeitig weist Amindes Selbstportrait über sich selbst hinaus und kann auch als Statement bzw. Kommentar gelesen werden zur Rolle des Künstlers in unserer Gesellschaft.

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