Lily Wittenburg : Den Kern der Täuschung verfehlen / Geschlossen!

Atelier- und Galeriehaus Defet Gustav-Adolf-Str. 33, 90439 Nürnberg
Eröffnung: Samstag, 8. Februar 2020, 20.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. Februar 2020 bis 29. März 2020
Marianne-Defet-Malerei-Stipendium

Aufgrund der aktuellen Lage ist die Ausstellung im Atelier- und Galeriehaus Defet ab sofort geschlossen.

Bleiben Sie gesund und auf ein baldiges Wiedersehen!

»Sich auf die Suche nach dem Staub in der Luft begeben, die Stabilität des Lichtes zu befragen und das Volumen von Schatten messen. Sich dem Unbekannten öffnen, auf die Gefahr hin, darin fremd zu bleiben«, schreibt der Autor und Künstler Hans-Christian Dany über die künstlerische Vorgehensweise von Lily Wittenburg.

Die 1984 in Dannenberg an der Elbe geborene Künstlerin Lily Wittenburg malt nicht nur einfach in Öl auf Leinwand, sondern sie experimentiert und beobachtet, wie sich so unterschiedliche Materialien wie Glühlampentauchlack, Eisenspäne, Ascorbinsäure oder Spiritus zu- und miteinander verhalten. Ergebnis dieser durch die Künstlerin angestoßenen Prozesse sind ebenso faszinierende wie komplexe Bildwerke.
Wegen ihres ungewöhnlichen Umgangs mit den Möglichkeiten der Malerei nominierte das Institut für moderne Kunst Lily Wittenburg als mittlerweile 17. Stipendiatin des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums.

Die Künstlerin lebt in Berlin und Wien. Von 2002 bis 2008 hat sie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert und 2012 das Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg erhalten. 2013 war Lily Wittenburg Stipendiatin im Künstlerhaus Lauenburg, 2015 wurde sie mit dem Förderpreis der Arthur Boskamp-Stiftung in Hohenlockstedt ausgezeichnet.

Im Rahmen des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums arbeitete die Künstlerin zum ersten Mal mit den Mitteln der Chromatographie, einem physikalischen Trennverfahren, bei dem verschiedene Substanzen miteinander verfließen oder sich abtrennen. Was die Künstlerin daran interessiert, ist das dialogische Verhältnis zwischen eigener Handlung (dem aktiven Setzen der Farbe) und unkontrollierbarer Entwicklung des Materials, also der feine Grat zwischen »Fleck« und »Bild«.

Was passiert, wenn man Lack, Natriumkarbonat und Silbernitrat verrührt und auf eine Glasscheibe aufträgt? Was passiert im Zwischenraum zwischen Farbe und Bildträger? Mögen sich Staub und Licht, da sie doch so gerne miteinander tanzen?

»Die Abwege des Denkens könnten als notwendige Umwege verstanden werden, um zurückzukehren, mit einer potentiell anderen Erzählung davon, was zu sein man sich vorgenommen hat. Im Untersuchen physikalischer Phänomene und in den Entwicklungsprozessen bestimmter Materialien öffnen sich Räume auf etwas Unbekanntes hin. Ich erkunde die Phänomenologie von Materie, Licht, Staub und  den mich umgebenden Raum, bis er mir zu entgleiten beginnt, unabhängig von meinen Handlungen.« (Lily Wittenburg)


Öffnungszeiten:
Samstag und Sonntag 13.00 bis 17.00 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung: 0911 240 21 20

Pressestimmen:
»Ich hatte vorher wirklich nie gemalt«
Nürnberger Nachrichten 12.02.2019

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Foto: Johannes Kersting