30 Künstler / 30 Räume : Aselmann + Tuercke

studio im zumikon Großweidenmühlstraße 21, 90419 Nürnberg
Eröffnung: Freitag, 16. März 2012, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 17. März 2012 bis 17. Juni 2012

Erstmalig findet in Nürnberg ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für moderne Kunst Nürnberg, der Kunsthalle Nürnberg im KunstKulturQuartier - Stadt Nürnberg, des Kunstvereins Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft und des Neuen Museums - Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg statt.

An sechs verschiedenen Ausstellungsorten und im öffentlichen Raum sind Werke zu sehen, die sich mit der Bedeutung und Gestalt von Raum und Räumen in der zeitgenössischen Kunst beschäftigen. Die im Kontext der Ausstellung gezeigten Exponate umfassen sowohl von Künstlern gestaltete Räume als auch Arbeiten, die sich mit der Erfahrung von Raum auseinandersetzen, ohne dabei zwangsläufig noch einen eigenen physisch abgeschlossenen Raum zu benötigen. Der Begriff des Raumes wird somit multidimensional verstanden und umfasst den physisch erlebbaren, installativen oder architektonischen Raum genauso wie den psychologischen Raum, die für fiktive Erzählungen geschaffene Bühne oder den politischen bzw. sozialen Raum.

Die Idee der Ausstellung ist eng mit der Geschichte der Stadt Nürnberg verknüpft: Der Gründungsdirektor der Kunsthalle, Dietrich Mahlow, legte 1970 gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Eberhard Roters das Konzept von 30 Künstlerräumen für ein zukünftiges »dynamisches und wandlungsfähiges« Museum vor. In diesem Museumsentwurf ging es einerseits darum, dem einzelnen Künstler mehr Raum für den jeweils eigenen, individuellen Standpunkt zu gewähren. Andererseits ist in die Überlegungen von Mahlow und Roters auch die Auseinandersetzung mit den damals aktuellen Kunstformen des Happenings, der Aktion und des Environments eingeflossen. Damit hat die Ausstellung »30 Künstler / 30 Räume« einen Angelpunkt in der Geschichte der eigenen Stadt und nimmt dies zum Anlass, internationale Kunst der Gegenwart umfassend zu zeigen und zu diskutieren.

Im zumikon zeigt das Institut für moderne Kunst Ole Aselmann und Florian Tuercke.
Das studio im zumikon ist kaum wiederzuerkennen: Ole Aselmann hat es in ein bühnenhaftes Gesamtkunstwerk verwandelt, in ein schier überbordendes Setting, bis an den Rand gefüllt mit Skulpturen und Objekten, Projektionen und Imaginationen. In ihrer theatralischen Kraft und ihrem assoziativen Überschwang dem Happening und der Aktionskunst der 1960er-Jahre verwandt, versprüht Aselmanns friedliche »Raumeroberung« dadaistischen Witz und ist doch ganz auf unsere Zeit und unsere Welt bezogen.
Ganz andere »Töne« schlägt Florian Tuercke, der in seinen Arbeiten die Verbindung von Raum und Klang reflektiert, in der lounge des zumikon an. Dieser Künstler hat ein Verfahren entwickelt, mit dem er den öffentlichen Raum bzw. den Straßenverkehr auf sein klangliches und kompositorisches Potential hin untersucht. Im zumikon zeigt Florian Tuercke die Arbeit »AudioBikes«, zwei Fahrräder, die den Ausstellungsbesuchern leihweise zur Verfügung gestellt werden und so ausgerüstet sind, dass der Fahrer seine Fahrt als akustische Transformation live miterleben kann.

Öffnungszeiten:
Institut für moderne Kunst im zumikon
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 14.00 bis 18.00 Uhr

Zur Ausstellung erscheint die Publikation:
»30 Künstler / 30 Räume«
320 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen
Texte von Franz Xaver Baier, Stephan Günzel, Elke Krasny, Jan Verwoert u.a.
Verlag für moderne Kunst Nürnberg
ISBN 978-3-86984-320-9
während der Ausstellung: 28,- Euro
im Buchhandel: 38,- Euro

Gefördert durch die: Kulturstiftung des Bundes, Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, IHK-Kulturstiftung der mittelfränkischen Wirtschaft.
Mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Nürnberg, Kunst- und Kulturstiftung der Nürnberger Nachrichten, Hypo-Kulturstiftung, Jahr der Kunst, Nürnberg 2012.

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Fotos: Uwe Niklas