Michael Hakimi : »They want you or they don't, say yes« Hojenski/Liedel : »Give a leg«

studio im zumikon Großweidenmühlstraße 21, 90419 Nürnberg
Eröffnung: Donnerstag, 20. April 2017, 20.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 21. April 2017 bis 28. Mai 2017
Einführung: Prof. Dr. Kerstin Stakemeier, Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg

Zur Ausstellung:

»They want you or they don’t, say yes« lautet der doppelbödige Titel der vom Institut für moderne Kunst kuratierten Ausstellung von Michael Hakimi (*1968) im studio des Nürnberger Kunst- und Kulturhauses zumikon. Parallel dazu präsentiert das Institut in der lounge im zumikon die beiden jungen Künstlerinnen Alexandra Hojenski (*1989) und Julia Liedel (*1991) mit der Werkschau »Give a leg«. Die Arbeiten in beiden Ausstellungsräumen sind assoziativ miteinander verknüpft: Zeichnung, Malerei, Performance und Installation bilden über Gattungsgrenzen hinweg ein Netzwerk der Bezüge.

Michael Hakimi, der seit 2011 als Professor für Freie Kunst mit Schwerpunkt Malerei an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste lehrt, reflektiert in seiner Arbeit das komplexe Verhältnis von Raum, Bild und Abstraktion in Abhängigkeit zur eigenen Wahrnehmung. Seine Werke »vermitteln ein Wissen, das auf gelebter Erfahrung basiert und das nicht vollständig mit den Betrachtern geteilt wird, die sich mit Fragmenten und Auslassungen konfrontiert sehen.« (Adam Szymczyk)

Bei seiner Ausstellung im zumikon inszeniert Hakimi 18 kleinformatige Bleistiftzeichnungen auf einem signalgelben Untergrund. Urbane Settings bilden die Szenerie für teils skizzenhaft angedeutete, teils erzählerisch ausformulierte Situationsbeschreibungen. Diese handeln davon, wie räumliche aber auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Lebens-)Wege vorgeben, Zugang und Ausschluss regeln: »They want you or they don’t, say yes.«

In der Ausstellung »Give a leg« der beiden Akademieabsolventinnen Alexandra Hojenski und Julia Liedel ist auf den verschiedenen Ebenen der lounge im zumikon eine gattungs- wie raumübergreifende Installation zu erleben. Dafür haben die beiden jungen Künstlerinnen das Untergeschoss des Ausstellungsraums zu einem höhlenartigen Rückzugsort umgebaut. Eine Spur aus gelbem Sand weist den Weg und stellt über die Farbe auch eine Verbindung zum Ausstellungsraum gegenüber her. Tritt man auf der Treppe nach unten durch eine Luke, findet man sich in einem diffus beleuchteten Environment wieder, in dem Scheinwerfer Schattengitter an die Wand zeichnen und zusammen mit einer Soundinstallation eine ganz besondere Atmosphäre erzeugen. Im Rahmen des Eröffnungsabends fand in der Tiefgarage des zumikon die Performance »sway with me« von Julia Liedel statt.

Logisch oder widersprüchlich, zart skizziert oder intensiv leuchtend – was zunächst wie ein Gegensatz wirkt, steht doch in einem spannungsreichen Zusammenhang. Alle drei Künstler beschäftigen sich mit der Veranschaulichung von Wahrnehmungsprozessen und deren Abhängigkeit von Präsentations- und Rezeptionssituationen. Zudem stellen beide Ausstellungen die Frage nach gesellschaftlichen und situativen Abhängigkeiten. Während Liedel/Hojenski in ihrem interaktiven Environment eine Laborsituation schaffen, die mit bewussten Handlungsmodifikationen (»Give a leg«) geändert werden könnte, zeigt Hakimi in seinen Zeichnungen, wie man sich aus einer Situation befreien oder darin untergehen kann: »Wer nicht waget, der darf nicht hoffen.« (Friedrich Schiller), oder wie es in einem Lied von Elliot Smith heißt: »No one says until it shows, see how it is / They want you or they don’t / Say yes.«

Öffnungzeiten:
Mittwoch bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr

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