Kunst in Bewegung

Schaufenster 02 | Institut für moderne Kunst | Bibliothek

Futurismus, Kinetik, Action-Painting und Aktionskunst In der modernen Kunst spielt der Begriff der »Bewegung« eine wichtige Rolle.

Bewegung in der Kunst – Futurismus
Zu einer Ikone der Kunstrichtung des Futurismus wurde die »Einzigartige Form der Kontinuität im Raum« von Umberto Boccioni, die heute auf der italienischen 20 Cent-Münze zu sehen ist. Mit der Darstellung von Bewegungsabläufen bzw. dem Phänomen der Geschwindigkeit und der damit verbundenen Auflösung des Körpers durch die Dynamik beschäftigten sich u. a. auch die Künstler Gino Servini und Carlo Carrà.

Bewegung der Kunst – Kinetik
Die kinetische Kunst macht die Bewegung (griech. Kinetik) zum ästhetischen Bestandteil der Kunstwerke: Das Objekt selbst bewegt sich. Dies beginnt bei Aleksandr Rodcenkos mobilen Metallskulpturen (1917) und den bewegten Mobiles von Alexander Calder und reicht bis zu den mechanischen Apparaten von Rebecca Horn und den kinetischen Objekten von Jeppe Hein, die den Betrachter involvieren, indem das Kunstwerk auf dessen Bewegung reagiert.

Bewegung macht Kunst – Action-Painting
Eine Form der abstrakten Malerei ist das Action-Painting, bei dem die physische Bewegung des Künstlers den Entstehungsprozess des Kunstwerks maßgeblich prägt. Zu den berühmtesten Vertretern des Abstrakten Expressionismus zählt Jackson Pollock, der die Technik des von Max Ernst entwickelten Drippings nutzte: Die Farbe wird auf die Leinwand getropft oder geschleudert.

Bewegung ist Kunst – Aktionskunst, Performance
In der Aktionskunst ist die künstlerische Aktion selbst das Kunstwerk: Yves Klein beispielsweise zog vor Publikum nackte und mit blauer Farbe getränkte Aktmodelle über die Leinwand oder stürzte sich von einer Mauer (»Sprung ins Leere«, 1960); Wolf Vostell realisierte das Happening »In Um, um Ulm und um Ulm herum« (1964), das innerhalb von sechs Stunden an 24 verschiedenen Orten stattfand und bei dem Publikum mit Taxen von einem Ort zum anderen gebracht wurde; der Nürnberger Künstler Harri Schemm schließlich schwamm 2001 mit Hilfe eines Floßes aus 50.000 Weinkorken und mit Weinlaub bekränzt als Gott Bacchus im Sommer 2001 im Fluß Pegnitz. Beispiele für »Bewegung« in der Kunst gibt es also in allen Formen und in allen Elementen, ob zu Wasser, zu Lande oder in der Luft.

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