Kristina Schmidt, Johanna Strobel, Robert Keil und Kitti & Joy : Another World is possible

lounge im zumikon Großweidenmühlstraße 21, 90419 Nürnberg
Eröffnung: Donnerstag, 19. Oktober 2017, 20.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 20. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018
Begrüßung: Judith Neunhäuserer, Künstlerin

Zur Ausstellung:
Kristina Schmidt (*1982), Johanna Strobel (*1984), Robert Keil (*1987) und Kitti & Joy (*2014) sind sich nicht sicher, ob und was die Realität eigentlich ist. Vielleicht gibt es eine andere mögliche Welt und vielleicht wartet diese sogar hinter dem nächsten Gartenzaun. Die Ausstellung »Another World is possible« verhandelt zwar keine utopistischen Fragen, zeigt aber verschiedene Perspektiven und Zugänge dazu.

Johanna Strobel inszeniert in ihren seriellen noir still life paintings alltägliche Dinge als mystische Bedeutungsträger und führt gleichzeitig das vermeintliche Rätsel – was wird hier gezeigt? – als Spiel mit der Wahrnehmung vor. Das Außergewöhnliche und Unbekannte entspringt der Erwartung und ist nur eine Illusion, die mit der Erkenntnis schwindet, dass es sich um figurative Stillleben handelt, die zwangsläufig in der visuellen Kultur ihres Jetzt verankert sind. Die postkapitalistische Dingwelt bietet Kristina Schmidts Arbeiten sowohl einen Rahmen als auch einen Motivschatz, aus dem sie sich frei bedient, den sie umdeutet und neu auflädt. Sie fragt in ihren Arbeiten nach Wünschen, Hoffnungen und Widersprüchen. Dabei arbeitet sie mit verschiedenen Materialien und Techniken, vom klassischen Tafelbild über Plastiken bis hinein ins Performative. Ihre Bildsprache ist narrativ oder figürlich, manchmal abstrakt. Robert Keil beschäftigt sich mit dem Unsichtbaren und dessen Artikulation durch Material. Er bedient sich im Alltag, bearbeitet das Entzogene und führt es dem sozio-kulturellen Komplex wieder zu, oftmals mit neuen Prämissen. Dabei nutzt er das gesamte ihm zur Verfügung stehende Repertoire von Objekt, Sprache, Performance, Text und Installation. Kitti & Joy’s Arbeiten ahmen auf den ersten Blick die alltägliche Welt des Konsums spielerisch nach, der nähere Blick enthüllt jedoch eine intensive Beschäftigung mit den sozialen, kulturellen und ästhetischen Implikationen unserer Realität. Die Diskrepanz, einerseits selbst eine Mitkonsumentin zu sein, jedoch auf der anderen Seite als Künstlerin kritisch auf diese Realität zu blicken, entlädt sich in performativen Arbeiten, in denen das Duo als »fehlgeleitetes Produkt« agiert.

»There’s a place in your heart/ and I know that it is love/ and this place could be much/ brighter than tomorrow…« singt Micheal Jackson, der zweifach für den Nobelpreis nominierte, wegen Kindesmiss-brauchsvorwürfen und Schönheitsoperationen in die Kritik gekommene und schließlich an einer Überdosis gestorbene, erfolgreichste Entertainer der Geschichte. Ob wir uns von der Gegenwart noch erholen können, ist fraglich, aber grundsätzlich ist gegen den Moonwalk ja echt nichts einzuwenden. Oder?

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Diese Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen von Aus Gründen. 50 Jahre Institut für moderne Kunst.




Als Informations- und Dokumentationszentrum zur zeitgenössischen Kunst wurde das Institut für moderne Kunst 1967 in Nürnberg gegründet. Seit 50 Jahren ist das Archiv des Instituts, das im deutschsprachigen Raum zu den größten Einrichtungen seiner Art zählt, Ausgangspunkt vielfältiger Aktivitäten zur Erforschung und Vermittlung der Gegenwartskunst.

Berechtigte Zweifel, begründete Behauptungen, wildes Denken, neue Ideen, Wagnisse: Mit dem Jubiläumsprojekt Aus Gründen möchte das Institut für moderne Kunst dazu beitragen, Raum für Neuanfänge zu schaffen. Mit Ausstellungen.?Mit der Publikationsreihe unendlich unwahrscheinlich im Berliner SuKuLTuR-Verlag. Mit Künstlergesprächen. Mit Vorträgen. Mit Diskussionen. Mit Hans-Christian Dany, Judith Egger, Sascha Ehlert, Stephan Janitzky, Robert Keil, Leon Leube, Juliane Liebert, Tobias Roth, Jenny Schäfer, Kristina Schmidt, Kerstin Stakemeier, Sebastian Stein, Johanna Strobel, Aleen Solari, Felix Thiele, Steffen Zillig u.v.a.

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Künstlergespräch:
21. November 2017, 19.00 Uhr

Öffnungzeiten:
Mittwoch bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr
Vom 23. Dezember 2017 bis zum 2. Januar 2018 ist die Ausstellung geschlossen.

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