Beate Epperlein : Monochrome Malerei

Verlag für moderne Kunst Nürnberg | 3-928342-78-9

Herausgegeben vom Institut für moderne Kunst

260 S. | 1997

In der Malerei markiert die Monochromie einen Grenzbereich, der maßgeblich von der »Unterschiedlichkeit ähnlicher Phänomene« geprägt wird. Bilder, die im Einzelfall bis zur Ununterscheidbarkeit »ähnlich« sind (einfarbig und nicht strukturiert), können für gänzlich unterschiedliche künstlerische Positionen stehen, womit sich die Aussagekraft formanalytischer Untersuchungen schnell relativiert.
Diese Publikation ist ein Beitrag für eine differenzierte Betrachtung des komplexen Phänomens der Monochromie, wobei auch geistesgeschichtliche Aspekte Berücksichtigung finden, um einzelne künstlerische Strategien zu individualisieren und von anderen – vermeintlich ähnlichen – abzugrenzen.

Im ersten Teil des Buches stehen grundlegende Aspekte der Einfarbigkeit im Vordergrund. Strategien und Muster der Wahrnehmung einfarbiger Flächen sowie die Rolle der einzelnen Farbe im kunsthistorischen Kontext werden theoretisch erörtert und an einzelnen Beispielen diskutiert.
Im zweiten Teil wird das Verhältnis der Monochromie zur Tradition des klassischen Tafelbildes untersucht. Anhand unterschiedlicher Fragestellungen wird exemplarisch das Werk ausgewählter Künstler analysiert und die Vielgestaltigkeit und der Nuancenreichtum monochromer Malerei herausgearbeitet. Differenzierende Analysen u.a. zu Werken von Rodtschenko, Strzeminski, Klein, Kelly, Turrell, Umberg und Merz gelten Aspekten ihrer Arbeit, in denen sich ihre Affinität bzw. Distanz zum klassischen Tafelbild artikuliert.

Es zeigt sich, daß es die Monochromie als eine kohärente künstlerische Ausdrucksform nicht gibt und im weitverzweigten Feld der monochromen Malerei Prinzipien des klassischen Tafelbildes sowohl respektiert und weiterentwickelt als auch radikal in Frage gestellt und gebrochen werden.
 

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